Aufbau vom Business Nr. 2 – Ein Rückblick

Ja, es ist meine zweite Selbständigkeit, die ich mir aufbaue. Wenn ich jedoch alle beruflichen Neustarts zusammenzähle, dann beginne ich bereits zum vierten Mal völlig von vorne. Dabei bin ich weder Sprunghaft noch Oberflächlich. Im Gegenteil, ich liebe die Beständigkeit.

Ein Rückblick auf die letzten 16 Monate:

Ich möchte hier nicht widerkäuen, was du in meinem Lebenslauf nachlesen kannst. Aber wenn du verstehen willst, warum ich meine erste Selbständigkeit aufgegeben und alle Online-Spuren dazu getilgt habe, dann musst du mein Buch „Selbständigkeit für Kreative – Der etwas andere Leitfaden“ lesen.

Es ist nicht einfach, erneut bei Null zu beginnen und die emotionale Achterbahnfahrt auszuhalten. Aber ich mache es zum letzten Mal, so hoffe ich fest. Ich halte mich an mein Lieblingszitat von Mark Twain:

In 20 Jahren wirst du eher von den Dingen enttäuscht sein, die du nie getan hast, als von denen, die du getan hast. Lichte also den Anker und verlasse den Hafen. Lass den Passatwind in die Segel schiessen. Erkunde. Träume. Entdecke.

Und so habe ich am 1. September 2024 meinen Anker erneut gelichtet und den sicheren Hafen mit fixem Monatslohnes verlassen. Ich bin dabei, die Segel zu richten, damit sie den Wind auffangen und sich zu voller Fahrt aufblähen können. Auch dann, wenn der Himmel voller Wolken sein sollte und die Sonne verdeckt.

Themen: Gefühle, Sichtbarkeit und Wertschätzung

Thema 1: Wie fühle ich mich nach 16 Monaten Selbständigkeit?

Diese Frage könnte ich mit einem Wort beantworten: Gut.

Ein bisschen ausführlicher will ich doch noch werden. Ich habe eine Zeit hinter mir, in der ich viel an meinen Herzenssachen arbeiten konnte. Dies sind zwar nicht unbedingt die, die mir mein Geld einbrachten. Doch was nicht ist, wird noch werden. Eines haben sie bewirkt: Sie haben mich zufrieden gemacht. Glücklich. Mit einer Festanstellung wäre es niemals dazu gekommen.

Thema 2: Die Sache mit der Sichtbarkeit

Was ich bemerke ist, das jetzt alles schwieriger ist. Bei meiner ersten Selbständigkeit, die ich 2004 startete, brauchte ich nichts zu tun und schon war ich mit Arbeit überhäuft. Was dann jedoch dazu führte, das ich die falsche Richtung einschlug. (Mehr dazu im erwähnten Buch).

Auch damals schrieb ich einen Blog, ich hatte ihn 2011 ins Leben gerufen. Kaum hatte ich ihn gestartet…schwupps… schon besuchten monatlich 6000 Besucher die Seite. Von SEO hatte ich noch nie etwas gehört und auch sonst kümmerte ich mich nicht darum, wie ich gefunden werden kann. Es passierte einfach und für mich war das normal.

Jetzt ist das anders. Das Internet ist überschwemmt mit mehr oder weniger relevantem Content. Social Media ist mir zu banal und zu überfüllt, um ernsthaft dort Zeit zu investieren . Zudem wissen wir, das sich mit KI das Netz (und Social Media) mit falschen Inhalten sowie Fakes anreichert und so zum digitalen Mülleimer wird. Vielleicht ziehen wir schon bald wieder physische, alte Lexikons in Buchform zur Rate, wenn wir sicher sein wollen, richtige Infos zu erhalten. Zum Glück gibt’s aber noch Wikipedia

In diesem Mülleimer sichtbar zu werden ist schwierig. Man will ja auch als echten Menschen dahinter erkannt werden. Als eine Person, die das Handwerk liebt und sich damit ihr Geld verdienen möchte.

Und so setze ich fest auf das, was ich als das beste Marketing betrachte: Mund zu Mund Werbung. Das benötigt viel Zeit und noch mehr Geduld, ist für mich jedoch die nachhaltigste Methode für den Aufbau meiner Selbständigkeit, sowie dem Verkauf meiner Bücher und Workshops.

Thema 3: Wertschätzung geben und bekommen

Mein Motto ist seit Jahren dasselbe: Tue niemandem an, was du nicht willst das man dir antut. Oder: Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest.

Besonders in meiner ersten Selbständigkeit habe ich erlebt, das andere versuchten mich so zu behandeln, wie sie selber ganz bestimmt nicht behandelt werden wollen. Meine Leistungen wurden als nichtig angesehen, als etwas, das nichts wert ist. Schneidern und Nähen kann ja schliesslich jede…Diese Vorstellung von einem unterschätzten Handwerk will ich nicht nur dem engen Horizont dieser Menschen anlasten, sondern auch dem System der Globalisierung. Die Dinge haben massiv an Wert verloren. Dabei ist es egal, um welche produzierende Branche es sich handelt. Die billige Massenproduktion unter unwürdigsten Bedingungen hat alles kaputt gemacht.

Diejenigen, die für ihre Arbeit nichts weiter als einen Computer benötigen, heimsen die grossen Stundeansätze ein (die nicht angebracht sind, aber tatsächlich bezahlt werden). Diejenigen, die viele Werkzeuge und teure Maschinen für ihre Arbeit brauchen, müssen froh sein ,auf einen Stundenansatz zu kommen, der eine Lebensgrundlage darstellen kann.

Aber das alles soll nicht zu schwarzseherisch oder negativ klingen: Denn Handwerk wird auch in Zukunft immer benötigt, während anderes von KI ersetzt werden wird. Deshalb sehe ich einer rosigen Zukunft entgegen. Daran glaube ich fest. Und ich freue mich darauf.

Mein persönliches Highlight

Und weil ich fest an diese Zukunft des Handwerks glaube, bin ich absolut überzeugt vom Nutzen und Mehrwehrt von zweien meiner Herzensprojekte vom Jahre 2025.

Anfang Juli ist das erste Buch erschienen: Selbständigkeit für Kreative. Nach einer gewissen Anlaufzeit gehört es nun seit Anfang Oktober bis zum jetzigen Zeitpunkt (31. Dezember 2025), zu den Bestsellern im Bereich Ratgeber des herausgebenden Verlags BoD. Das erfüllt mich mit tiefer Freude.

Noch tiefere Freude fühle ich, wenn ich daran denke, dass das Buch auf der Schweizer Rangliste der Bücher für Betriebswirtschaft (sie umfasst mehrere hundert Titel) zeitwiese auf Platz 36 lag. Und sich somit vor Titeln behauptete, die das Prädikat „Spiegel Bestseller Autor“ tragen.

Die grösste Freude allerdings fühlte ich vor Weihnachten, als ich in einer Buchhandlung stand und dort auf meine eigenen Bücher blickte. Das Gefühl ist nicht zu beschreiben.

Durch all diese für mich grossen Erfolge fand ich den Ansporn für das zweite Buch: Vom Entwurf zur Realität, Ende November erschienen. Weil es erst kurz auf dem Markt ist, weiss ich noch nichts darüber, wie es ankommt. Es ist für eine kleinere Zielgruppe als der Erstling, doch vom Inhalt bin ich genauso überzeugt und stehe natürlich voll hinter dem, was drinsteht. Denn es sind meine eigenen Erfahrungen und beschreibt meine eigene Arbeitsweise.

Um zu den Buchshops zu gelangen, klicke einfach auf den entsprechenden Button.

Bereits schreibe ich an einem neuen Manuskript, es ist das Umfangreichste bisher. Die Inhalte werden noch wertvoller gemacht, indem ich weitere Handwerks-Experten hinzuziehe. Verschiedene Gewerke finden ihren Platz. Es wird ein Buch, das an alle kreativschaffende egal welcher Branche gerichtet ist. Erscheinen wird es im Frühling oder Sommer.

Mein Fazit zu den 16 Monaten Selbständigkeit

Wofür bin ich besonders dankbar?

Ganz klar dafür, das ich genug Zeit für mich herausnehmen konnte. In der ich, wie Astrid Lindgren einst sagte, einfach dasitzen und vor mich hinschauen konnte.

Zum Beispiel beim mehrtägigen Segeltörn auf dem Bodensee. „Selbständigkeit für Kreative“ war grad frisch erschienen und ich fühlte mich etwas ausgelaugt. So bot mir das Wasser, das Schiff und die Gruppe von Menschen, die ich vorher nicht kannte, eine tiefe Erholung.

Was waren meine grössten Herausforderungen?

Das Paradoxon: Obwohl ich Zeit hatte, einfach dazusitzen und vor mich hinzuschauen, muss man diese Zeit auch richtig geniessen können. Das war mir nicht immer gleich möglich, das kam ganz auf die jeweilige Situation an. Jedoch habe ich es geschafft, wunderschöne Ausflüge mit Inspiration für mein drittes Buch zu verbinden.

Hier bei einem Ausflug auf die Insel Mainau…

…und hier zum Napoleonmuseum Arenenberg hoch über dem Bodensee.

Was ist richtig gut gelaufen?

Obwohl ich oben geschrieben habe, das es schwieriger ist mit der Sichtbarkeit, konnte ich die Besucherzahlen auf dieser Seite im 2025 verzehnfachen. Ohne auf Instagram oder Facebook zu posten. Nach dem mit „Selbständigkeit für Kreative“ werte ich das als einen weiteren grossen Erfolg. Und zeigt mir auch, das meine Inhalte relevant sind und deshalb gesucht werden. Begonnen habe ich diese Seite mit einem ersten Beitrag am 1. April 2024.

Was lasse ich zurück und nehme es nicht weiter mit?

Wenn ich zurückdenke an meine ersten Monate des Jahres 2025, dann waren sie geprägt davon, sich mit der Bürokratie herumzuschlagen und sich grün zu ärgern über Entscheide, die jeglichem gesunden Menschenverstand entbehren. Und nur von Menschen getroffen werden können, die niemals handwerklich gearbeitet haben und von diesem Metier absolut keine Ahnung haben. Und genau diese Menschen sind es leider, die völlig absurde Gesetze und Regelungen in die Welt schmeissen. Die verhindern, das ein Mensch mit eigenem Business sich sein Geld verdienen kann. Was der Staat doch eigentlich haben will. Denn ohne Verdienst keine Steuern in die Staatskasse.

Mir wird schon wieder heiss, wenn ich an diese Dummheit und Arroganz zurückdenke. Und mich an alle die Begebenheiten erinnere, die ich seitdem von anderen Selbständigen vernommen habe. Dumm, dümmer, am Dümmsten. Daher mein Apell an die SUVA und die Ausgleichskassen: Bitte fangt an nachzudenken statt einfach blind einem fehlerhaften Regelkatalog zu folgen, der schlussendlich auch der SUVA und der Ausgleichskasse den Ast absägt, auf dem sie sitzen. Das Hirn für logisches Denken sollte noch vorhanden sein, oder hat KI und Chat GPT es bereits abgetötet?

Aber, wie die Überschrift sagt, das lasse ich zurück und gehe frei davon ins 2026. Aus dieser Episode habe ich aber etwas gelernt: Ehrlichkeit währt NICHT am längsten.

Mein Ausblick auf 2026

Dieser ist voll Zuversicht und Freude. Freudige Erwartung auf das, was kommt. Tage die sehr busy sein werden und Tage, an denen ich einfach dasitzen und vor mich hinschauen kann.

Manchmal wird hoher Wellengang mit viel Wind sein, aber manchmal wird sich auch eine flache See zeigen, die zum Dümpeln ohne Aufregung einlädt. Und das ist gut so. Auf die Ebbe folgt immer die Flut und umgekehrt. Das ist ein Naturgesetz.

So kannst du mit mir zusammenarbeiten

Meine Angebotsseite listet in Kurzform auf, wofür ich gerne Anfragen entgegennehme, es gibt aber auch einen ausführlichen, bebilderten Text, den kannst du hier nachlesen: Mein beruflicher Alltag – und wie du mit mir zusammenarbeiten kannst. Dort siehst du Einblicke in vergangene Projekte und Engagements.

Und jetzt wünsche ich dir von ganzem Herzen a happy New Year! Möge dich der Wind dorthin tragen, wo du gerne sein möchtest.


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4 Kommentare zu „Aufbau vom Business Nr. 2 – Ein Rückblick“

  1. Avatar von sandra

    Liebe Andrea
    Du hast es mit deinen Worten getroffen: Maschinen produzieren fehlerfreier als der Mensch. Sie produzieren schneller, genauer und konstant immer gleich. So wie deine Texte leben und deutlich von deiner Persönlichkeit beeinflusst sind, so platt sind diejenigen, die durch KI generiert worden sind. Ich finde es toll, dass du das Perfekte aussen vor lassen willst und statt dessen sich selbst mehr zeigen möchtest. Nur das ist authentisch.
    Schön auch, das dich meine Bücher angesprochen haben. Auch wenn es überheblich klingen mag: Ich bin von den Inhalten absolut überzeugt und sicher, das jede kreative und handwerklich arbeitende Person etwas daraus mitnehmen kann.
    Herzliche Grüsse Sandra

  2. Avatar von Andrea H.

    Liebe Sandra,

    bei mir hat vor allem für Resonanz gesorgt, wie du über die Missachtung des Handwerks, ich würde ergänzen wollen des von Menschen gemachten, sprichst.

    In diesem Punkt stimme ich dir so sehr zu! Ich denke, wir alle müssen unseren Weg finden und überlegen, wie wir in Zeiten von KI kreativ bleiben können. Ich wundere mich oft über den Druck der Vermarktung. Alles muss ein Preisschildchen aufgedrückt bekommen, damit es etwas wert ist. Und man steht mit Maschinen in Konkurrenz, die billiger und manchmal fehlerfreier produzieren können. Wie du, glaube auch ich, dass das Handgemachte schon bald einen Aufschwung erleben wird – ich spüre in mir selbst, dass ich inzwischen mehr das weniger Perfekte suche. Dinge, in denen sich Menschen zeigen.

    Dein Buch hat mich auch neugierig gemacht. Ich schaue mir mal die Leseprobe auf BoD an :)

    Beste Grüße
    Andrea H.

  3. Avatar von sandra

    Liebe Daniela
    Wie Recht du hast mit dem Wortspiel Handarbeit versus Handwerk. Das trägt sicher mit zur Geringschätzung bei. Wobei es auch Menschen gibt, die Nähen nicht als Handarbeit betrachten, man brauche dafür ja eine Maschine…muss man dazu noch etwas sagen?
    Herzliche Grüsse Sandra

  4. Avatar von Daniela Pucher

    Liebe Sandra!
    „In diesem Mülleimer sichtbar zu werden ist schwierig.“ Das ist sehr treffend gesagt. So empfinde ich das, und ich beneide dich ein bisschen dafür, dass du es auch ohne SoMe zu mehr Sichtbarkeit geschafft hast!

    Noch ein Satz ist bei mir hängen geblieben: „ Schneidern und Nähen kann ja schliesslich jede.“ Weil so geht es mir auch: Schreiben kann ja auch jede. 🙄 Weil ich gerade heute etwas genäht habe, ist mir eine sprachliche Eigenheit aufgefallen: Bei Nähen redet man gern von Handarbeit, bei Tischlern käme man auf diese Idee nicht, das ist „richtiges“ Handwerk. Wie absurd, oder? Vielleicht trägt das auch ein wenig zur Geringschätzung bei.
    Auch dir immer guten Wind im neuen Jahr! Daniela

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Ich bin Sandra

Tausendsassa, Vielinteressierte und Autodidaktin.

Als Selbständige biete ich meine Arbeitsleistung im kreativen Handwerk. Sei es in praktischer Arbeit, oder Bereich Bildung/Ausbildung. Meine genauen Dienstleistungen findest du hier.

Meine Bücher sind im Handel erhältlich:

Cover des Buches "Dein Stil" von Sandra Möslí, mit dem Untertitel "Handwerk und die Suche nach der eigenen Handschrift", umgeben von verschiedenen Werkzeugen.
Cover of the book 'Vom Entwurf zur Realität' by Sandra Mösl, featuring a vibrant green background with various craft-related icons and text about successful projects in creative craftsmanship.

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