In meinen beiden Beiträgen Pappmaché: Pulpe und Schichttechnik – eine Anleitung und Pappmaché Teil 2: Objekt – und Möbelbau habe ich über meine bisherigen Erfahrungen und Erkenntnisse mit der Materie Papier berichtet.

Dabei erging es mir so, wie auch sonst oft: Wenn ich das eine mache, kommt die Idee für das andere. Und vom anderen geht es weiter zum Nächsten.

Das lässt ein Stressgefühl in mir entstehen, weil ich alles ausprobieren möchte – und das am liebsten natürlich sofort. Und so zeige ich dir zwei der Papier-Objekte, die fertig sind, während noch viele begonnen und unfertig herumliegen, oder erst im Kopf existieren.

Beginnen möchte ich mit dem Bücherregal, denn das kannst du gleich nachbasteln. Du bekommst hier die bebilderte Schritt-für-Schritt Anleitung – kostemlos nur für dich.

Und übrigens: Weitere Anleitungen gibt es in meiner Briefwerkstatt. Jeden Monat neu direkt in deinen Briefkasten. Schau hier vorbei:

Bücherregal basteln – In Schichttechnik aus Buchseiten und Karton

Ein runder Holztisch mit zwei Kästen voller Bücher, darunter vor allem schwarze Einbände und einige andere Bücher obenauf.

Hier siehst du ein Stillleben: Zwei meiner selbstgebastelten Bücherregale aus Karton und Papier, beherbergen meine Sammlung an Krimis von Agatha Christie. Denn ja, ich bin totaler Fan dieser Schriftstellerin. Zwischen den beiden Regalen stehen meine eigenen Bücher.

Der Platz dieser beiden Bücherregale ist in meinem Schlafzimmer auf einem runden Tisch, der mitten im Raum steht.

Zugegeben, mit Pappmaché hat dieses Bücherregal nichts am Hut, denn eine Pulpe wird dafür nicht benötigt. Dafür aber kannst du gleich loslegen, ohne lange Vorbereitung.

Wie die hier verwendete Schichttechnik funktioniert, kannst du auch in meinem ersten Teil nachlesen. Dort findest du auch das Foto eines selbstgebastelten Flaschenregals.

Du benötigst folgendes:

  • Eine (gebrauchte) Versandschachtel aus Karton – von der Grösse her so, dass Bücher hineinpassen
  • Cutter
  • Ein altes Buch, eventuell noch ein zweites dazu (ob Taschenbuch oder Hardcover ist egal)
  • Bastelkleber
  • wasserbasierter Acryl Klarlack
  • Zwei Pinsel (einer für den Bastelkleber und einer für den Lack)

Arbeitsablauf:

Zuerst bereitest du die Schachtel vor: Schneide die oberen Laschen, die ursprünglich dazu da waren, um den Karton verschliessen zu können, mit dem Cutter ab.

Damit das Innere der Schachtel eben und das Aufkleben der Buchseiten optisch schöner wird, schneidest du jetzt aus einem der Abschnitte ein Teil zu, das so gross ist, damit du es in den Boden einlegen kannst. Auf dem Bild links unten ist der entsprechende Bereich grün eingerahmt.

Klebe mit dem Bastelkleber die losen Laschen und dieses zusätzliche Teil am Boden der Schachtel fest.

Jetzt beginnst du im Inneren der Schachtel mit dem Bekleben der Buchseiten. Reisse dazu die Seiten aus dem Buch und ordne sie am Boden der Schachtel an.

Gib mit dem Pinsel grosszügig Bastelkleber auf den Karton und klebe die Seiten auf. Anschliessend überstreichst du sie, ebenfalls mit dem Bastelkleber.

Streiche die Seiten auch immer wieder mit den Händen glatt und achte darauf, dass sich Buchseiten und Karton gut miteinander verbinden.

Hast du den Boden bedeckt, arbeitest du mit den Buchseiten einen Übergang vom Boden zu den Seitenwänden. Dazu faltest du die Buchseiten einmal längs. Beim Aufkleben auf dem Karton kommt dieser Falz genau in der Ecke von Boden zur Seitenwand zu liegen.

Mit dieser Methode bekommst du den akkuratesten Übergang.

Danach kleidest du die Ecken der Seitenwände aus. Falte auch dazu die einzelnen Buchseiten mittig und klebe sie so auf, das der Falz in der Ecke liegt. Achte darauf, das am oberen Ende etwas der jeweiligen Buchseite vorsteht.

Schneide am vorstehenden Teil den Falz mit dem Cutter bis zum Karton ein. Danach lassen sich diese Laschen gut an der Aussenseite der Schachtel befestigen und sorgen so für einen sauberen Abschluss.

Bedecke alle vier Innenseiten der Schachtel vollständig mit Buchseiten. Lass am oberen Ende die Seiten immer etwas vorstehen, damit du diese Überstände in einem zweiten Schritt auf der Schachtel-Aussenseite festkleben kannst.

Eventuell musst du dafür die Buchseiten in eine andere Grösse bringen. Mach das, indem du das Papier reisst. Nimm keine Schere dazu! Denn gerissene Kanten verbinden sich besser miteinander. (Darüber kannst du in meinem ersten Teil nachlesen)

In einem letzten Schritt kannst du weitere Buchseiten über die ersten kleben, um die Optik ganz nach deinem Geschmack zu beeinflussen. Das siehst du auch auf meinen Bildern unten:

Links die erste Lage – während ich auf dem rechten Bild die Optik angepasst habe, indem ich die Ränder der Buchseiten wegerissen habe, damit fast nur Text zu sehen ist.

Wenn du einen selbst hergestellten Bastelkleber nutzt – so wie ich – dann ist deine Schachtel jetzt durchweicht. Bevor es also weitergehen kann, lässt du alles vollständig trocknen. Das kann gut einen Tag oder noch länger dauern.

Danach kannst du auch die Aussenseiten und der Boden der Schachtel verkleiden. Gehe dabei nach dem selben Prinzip vor, wie schon bei den Innenseiten.

Hast du auch die Aussenseite – mit dem Schachtelboden – vollständig bedeckt und das Ganze ist vollständig getrocknet, nimmst du jetzt den zweiten Pinsel zu Hand.

Öffne die Dose mit dem Acryl Klarlack – bitte, bitte unbedingt wasserbasierten verwenden – und bestreiche das Bücherregal vollständig damit.

Beginne dafür im Inneren der Schachtel – die Ecken gut ausstreichen! – und lege sie dann mit der Öffnung nach unten auf die Unterlage. Lass sie so liegen und bestreiche jetzt den äusseren Boden und die äusseren Seitenwände. Achte darauf, dass du den Lack dünn aufträgst und sich auf der Unterlage keine „Lack-Seen“ bilden.

Lass das Bücherregal über Nacht trocknen. Und fertig!

Ein runder Holztisch mit gestapelten Büchern und Zeitschriften, darunter einige mit Buchsseiten verkleidet.

Oben siehst du die Rückseiten der Bücherregale. Es gäbe noch Platz für weitere auf dem Tisch, aber für den Moment mag ich es so, wie es ist. Aber da bei mir alles im ständigen Wandel ist – wer weiss. Vielleicht erhält das Stillleben dann mal eine neue Optik.

Die Leselampe – gebaut aus alten Büchern, Pappmaché und etwas Karton

Als erstes: Sei etwas nachsichtig mit mir, denn diese Lampe, die ich dir hier zeige, ist die Erste. Sozusagen der Prototyp. Und wie das oft so bei Prototypen der Fall ist: Er ist nicht perfekt. Manche Stellen sind besser gelungen, andere weniger.

Aber – und das ist, worum es geht – mein Bauablauf funktioniert. Allerdings nicht auf Anhieb, sondern nach Versuchen mit verunglückten oder instabilen Ergebnissen. Doch diese hier, diese steht jetzt in meinem Wohnzimmer und wird genutzt. Und durch die Nutzung erkenne ich noch mehr, was ich bei der nächsten besser machen will.

Eine Lampe mit einem Schirm aus alten Buchseiten steht neben einer grünen Topfpflanze auf einem Holztisch.

Ich habe die Schichttechnik angewendet und auch eine Pappmaché verwendet, eine Pulpe musste also vorgängig hergestellt werden.

Zugegeben: Während der Lampenfuss schnell zu bauen ist – hat man denn die Vorbereitungen mit Pulpe und Pappmaché herstellen gemacht – ist der Lampenschirm ziemlich aufwändig. Während der Arbeit daran hörte ich Hörbücher oder liess ganz einfach meinen Gedanken freien Lauf.

Diese beiden Dinge machen für mich die Stärke des kreativen Werkens aus:Während der Arbeit erholt man sich und kommt in positive Gedanken. Es heisst ja schliesslich auch, dass der Weg das Ziel ist und nicht dass das Ziel das Ziel sein soll.

Trotzdem, irgendwann möchte man natürlich auch fertig sein. Bei dieser Lampe würde ich sagen, dass dies etwa nach 15 bis 20 Stunden der Fall war. (So genau habe ich nicht darauf geachtet, was wegen der Fehlversuche – die in dieser Zeitangabe nicht mitgerechnet sind – auch schwierig war)

Eine Stehlampe mit einem Schirm aus eingeschlagenen Buchseiten, neben einer Pflanze und einer gläsernen Blume auf einem Holztisch.

Diese erste Lampe habe ich „clean“ belassen. Denn natürlich könnte man sie zum Beispiel mit Collagentechnik, mit Farbe oder sonstiger Deko verzieren, aber eben – da dies der Prototyp ist, habe ich darauf verzichtet.

Allerdings – das gute Stück per Foto in Szene zu setzen empfand ich als schwierig. Es hat mich einige Zeit gekostet, dafür, das ich hier Fotos präsentiere, auf denen die Lampe nur halb so gut aussieht wie sie das in Natura tut.

Eine kreative Lampe mit einem Schirm aus eingeschlagenen Buchseiten steht vor einem floral bedruckten Stoff.

Wie ich bereits im Teil 2 erwähnt habe, arbeite ich an einer grossen Dokumentation, in der nebst dem Grundwissen auch verschiedene Anleitungen für diverse Objekte enthalten sein werden. Das macht natürlich wahnsinnig viel Arbeit, die ich aber mit Freude tue. In der Hoffnung, dir damit einen wirklichen Mehrwert bieten zu können.

Bis es jedoch soweit ist, schau doch mal in meiner Briefwerkstatt vorbei. Das ist mein monatlicher Briefclub für Kreative und solche, die gerne kreativ sein wollen:

Oder bastle in dieser Zeit eine Geschenkbox, ebenfalls aus Altkarton, verziert mit einer Papiercollage. Hier siehst du meine „Schatzkiste“, in der ich die Briefumschläge aufbewahre, die ich für „Die Briefwerkstatt“ benötige.

Eine Schatzkiste und eine mit Collage verzierte  Box mit mehreren bunten Briefumschlägen auf einem Holztisch.

Bis zum nächsten Mal! Ich wünsche dir gutes Basteln, viele positive Gefühle und überhaupt tolle Stunden!


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Ich bin Sandra

Tausendsassa, Vielinteressierte und Autodidaktin.

Als Selbständige biete ich meine Arbeitsleistung im kreativen Handwerk. Sei es in praktischer Arbeit, oder Bereich Bildung/Ausbildung. Meine genauen Dienstleistungen findest du hier.

Meine Bücher sind im Handel erhältlich:

Cover des Buches "Dein Stil" von Sandra Möslí, mit dem Untertitel "Handwerk und die Suche nach der eigenen Handschrift", umgeben von verschiedenen Werkzeugen.
Cover of the book 'Vom Entwurf zur Realität' by Sandra Mösl, featuring a vibrant green background with various craft-related icons and text about successful projects in creative craftsmanship.

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