Snail Mail – das ist die gute, alte (Schnecken)Post, die physisch in deinem Briefkasten landet. Den du mit dem kleinen Schlüssel öffnest, ihm die enthaltenen Umschläge entnimmst und sie öffnest. Nix digitales, nur analog und herrlich Oldschool.
Wie ich bereits in meinem Buch „Dein Stil“ geschrieben habe, ist das Bedürfnis nach handfestem und Dingen, die tatsächlich das sind, was sie auch scheinen, sehr gross. In einer Welt, in der wir uns digital zumüllen und beim Scrollen verdummen, ist das, was real in Händen gehalten werden kann, wieder hoch im Kurs.
Vielleicht deshalb schiessen weltweit Briefclubs aus dem Boden. Meist bietet in einem solchen Club eine kreative Person ein Abonnement an – quasi ein kostenpflichtiger Newsletter, den du physisch per Post erhältst.
Schliesst du ein solches Abonnement ab, bekommst du einmal im Monat Post in den Briefkasten: Im Umschlag kann eine selbst gestaltete Postkarte sein, vielleicht ein handgeschriebenes Rezept, ein Sticker, ein Buchzeichen oder ein Teebeutel. Der Inhalt dieser Umschläge ist ganz individuell, je nach Art und Stil der Person, die den Club betreibt. Es ist eine schöne Art, die eigene Kunst an Mann und Frau zu bringen und dabei Geld zu verdienen.
Denn mit dieser Art von Brief kann dessen Gestalterin oder dessen Gestalter sich ausdrücken, was der mentalen Gesundheit zuträglich ist. Die Person, die den Brief erhält, kann innehalten – die physische Post wirkt entschleunigend, was wiederum gut für die mentale Gesundheit ist. Es geht darum, offline zu sein. Weg von Bildschirmzeit, hin zur kreativen Beschäftigung.
Wenn du auch überlegst, einen eigenen Snail Mail Club zu gründen, dann ist natürlich wichtig, dass du dir im Klaren darüber bist, welchen Inhalt deine Umschläge haben sollen. Hier gibt es keine Regeln. Der Inhalt widerspiegelt deine Interessen, deine Persönlichkeit und dein Stil. Dementsprechend werden deine Abonnenten deinen Stil mögen, denn sonst wären sie nicht deine Abonnenten.
Bist du unsicher, wieviel Geld du für einen Brief in deinem Snail Mail Club verlangen kannst? Hier ist DER Leitfaden, der dir hilft , dieses Problem zu lösen:
Doch jetzt möchte ich dir hier ein kleines Tutorial geben, wie du auch die Briefumschläge für deine Snail Mail selbst gestalten kannst – wenn es denn zum Inhalt passt.
So lets begin!
Briefumschläge selbst gemacht – die Anleitung
Für die Briefumschläge kannst du vorhandene Papiere nutzen. Diese findest du ganz bestimmt in deinem Haushalt. Geeignet sind zum Beispiel:
- Kalenderblätter
- Plakate
- Cover – und Rückseiten von Magazinen
- Aussenseiten von Prospekten (wenn sie etwas fester sind)
- Cover – und Rückseiten von Gratisheften
- alte Landkarten
- Schutzumschläge aus Papier von alten Büchern
- Geschenkpapier
- …
Diese Materialien benötigst du ausserdem:
- Vorlage / Schablone für den Zuschnitt (diese findest du weiter unten)
- Stift
- Schere
- Kleber
- Lineal
Arbeitsablauf für deinen individuellen Briefumschlag:
Schritt 1: Lege die Schablone (das Schema findest du weiter unten) auf die Rückseite des Papiers. Das heisst, die spätere Aussenseite des Umschlags ist nicht sichtbar.
Schritt 2: Umfahre jetzt mit dem Stift die Schablone, so das auf dem Papier die Kontur der Schablone aufgezeichnet ist.
Schritt 3: Schneide das Papier entlang der Kontur aus. Lege es danach wieder mit der Rückseite nach oben vor dich hin. Die vier Linien auf der Kartonschablone zeigen an, wo das Papier gefaltet werden muss.

Schritt 4: Falte den unteren Teil – der spätere Rücken des Briefumschlags – entlang eines Lineals. Mit dessen Hilfe kannst du akkurate Falze erzielen.


Schritt 5: Ebenfalls mit Hilfe des Lineals kannst du jetzt die seitlichen Laschen falten. Dort wird später der Kleber aufgetragen.


Schritt 6: Du hast jetzt noch eine Falze zu machen, nämlich bei der Lasche, die den Briefumschlag später verschliesst.
Schritt 7: Gib auf die seitlichen Laschen Kleber. Entweder hast du einen Leimstift oder du gibst wie ich Flüssigkleber mit dem Pinsel drauf. Lege den Umschlag so zusammen wie er später sein soll und drücke die geklebten Laschen gut an. Lass es eine Weile trocknen.


Und schon hast du deinen ersten Briefumschlag selbst gebastelt! Meine Auswahl unten würde gut zu einem kulinarischen Snail Mail Club passen – wohl für italienische Küche ;-). Ich nutzte dazu die Cover- und Rückseite von einem Gratisheft und das Cover einer Kochzeitschrift.
Tipp: Du kannst beim Platzieren der Schablone auf dem Papier beeinflussen, wie der fertige Umschlag aussieht. Entsprechend legst du sie vielleicht nicht einfach in die Mitte des Papieres, sondern dort, wo ein besonderer Bildabschnitt ist, den du unbedingt auf deinem Briefumschlag haben möchtest.

Du kannst jetzt auch eine weisse Etikette aufkleben, um den Platz für die Adresse des Empfängers vorzubereiten. Handgeschrieben ist es natürlich am persönlichsten…
Vorlage / Schablone für den Zuschnitt der selbst gebastelten Briefumschläge
Damit du mit deinem Snail Mail Versand schon bald beginnen kannst, hier die Vorlage für die Schablone, mit der du die Papiere zuschneiden kannst.
Zeichne gemäss den Angaben auf dem unteren Schema die Form auf einen Karton, zum Beispiel von einem Schreibblock. Die Masse sind jeweils Breite x Höhe.

Selbstverständlich kannst du die Masse des Umschlags auf deine Bedürfnisse anpassen. Diese hier gezeigte Vorlage ist geeignet für Flyer in Grösse A6 oder zweimal gefaltete A4-Bögen.
Und übrigens: Wenn du gerne selbst Muster zeichnest, kannst du deine selbst gestalteten Musterrapporte auf Papier drucken und diese für deine Briefumschläge verwenden. Lies dafür hier weiter: So gestaltest du Rapporte für Textilien & Tapeten
Willst du wissen, wie du für deine Snail Mail Briefe den richtigen Preis findest?
Dann empfehle ich dir unbedingt mein Buch: Selbständigkeit für Kreative. Es bietet dir nicht nur viele Infos über Preisgestaltung etc., sondern ist dir auch ein Leitfaden wenn es darum geht, ein Business aufzubauen, das dir zu 100% entspricht. Ohne dich in eine Ecke zwängen zu lassen, in die du eigentlich nicht möchtest.
Zudem empfehle ich dir wie bereits erwähnt mein Buch Dein Stil. Lerne, genau dein Ding zu verfolgen ohne dich von aussen beeinflussen zu lassen.


Viel Spass beim Basteln. Bleib positiv und dir selbst treu.

Hier meine Auswahl an Briefumschlägen aus alten Kalenderblättern. Mit einer Klebeetikette ist der Platz für die Adresse bereits vorbereitet.










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